Cambodian-Race

Da ich am 14. Dezember mit der lieben Premi und dem lieben Dave in Thailand abgemacht habe, hatte ich genau noch 5 Tage und 4 Nächte für Kambodscha… hmmm, wohl zu fest getrödelt in Vietnam ;-) … Doch es hat für das Wichtigste gereicht: In Phnom Penh (Hauptstadt) angekommen, wieder ein Holländer getroffen, welcher das gleiche „Zeitproblem“ hatte. Diese Holländer sind einfach überall, er meinte die Schweizer seien überall, whatever… So haben wir gleich einen Tuk-Tuk-Fahrer für den nächsten Tag gebucht, namens Mr. Lucky! Für den Rest des Tages sind wir dann noch zu Fuss in die Stadt gestartet und haben uns ein, zwei Tempel reingezogen. Die Innenstadt ist sehr farbenfroh, mit vielen Gärten / Parks und paradiesisch rausgeputzt!!

Mr. Lucky hat uns dann am nächsten Tag zu den „Killing Fields“ gebracht, dort gabs eine Audiotour über die tragische Geschichte Kambodscha’s, welche sich vor rund 35 Jahren ereignete. In knapp 4 Jahren wurden damals durch die kommunistischen Khmer Rouge 3 von 8 Millionen Kambodschaner getötet oder sind durch die Folgen dieser gestorben, vor allem Interlektuelle, Lehrer, Politiker, Behinderte, Alte und Kinder! Die Audiotour führte durch ein rund 3 Fussballfeld-Grosses Gelände, wo man überall Knochen, Kleiderstücke und unebene Dellen sehen konnte. Menschen wurden dort mit Lastwagen hingebracht, vor ein Loch gesetzt und mit Spaten, Schwertern, Hämmern und sonstigen Werkzeugen getötet und in das Loch geschmissen… Gewehr- oder Pistolen-Kugeln waren zu teuer! Krasse Story!! Sie haben dort auch ein Memorial aufgebaut, welches an die tragischen Ereignisse erinnern soll. Solche Killing Fields gibts 100te in Kambodscha, wobei dieses das Grösste ist. Habe vorher nicht über diese Geschichte Bescheid gewusst, durchwegs bedrückt verliessen wir das Gelände wieder und sind dann mit Mr. Lucky wieder zurück in die Stadt gefahren, dort gings zum Gefängnis aus dieser Zeit. Es war Mal eine Schule und wurde durch die Khmer Rouge innert Kürze in ein Gefängnis mit diversen brutalen Folterkammern umgebaut, auch dort war wieder viel zu lesen und zu sehen über die endlosen Tötungs- und Foltermethoden. Danach brachte uns Mr. Lucky noch zum Royal Palace, welcher ein deutlich fröhlicheren Anblick bot. Grosser goldiger Palastkomplex mit vielen buddhistischen Elementen.

Am nächsten Tag hiess es auf nach Siem Reap, die Fahrt durch die endlosen Reisfelder und die kleinen Dörfchen war beeindruckend! Schlussendlich landete man aber im wohl touristischten Ort Kambodschas. Siem Reap ist der Ausgangspunkt für den Besuch von Angkor Wat, wohl dem grössten Tempelkomplex der Welt, Lonely Planet empfiehlt 3 Tage für das Sightseeing, wir hatten aber nur Einen ;-) Also wieder Tuk-Tuk-Fahrer geordert und früh, glaube 8:30 Uhr wars ;-) , aufgebrochen! … Angkor Wat, Angkor Thom und wie sie alle heissen, sind in einem riesigen Park oder eher Wald verteilt, zu Fuss wäre es unmöglich die wichtigsten in einem Tag zu sehen. Nur schon wenn man in den Tempeln rumläuft, macht man einige Kilometer. Gegen Abend haben wir dann aber das Wichtigste gesehen und es wurde langsam langweilig immer und immer wieder Tempel… Es war aber sehr erstaunlich was vor tausenden Jahren aufgebaut wurde und noch immer vorhanden ist. Einige Teile sind eingestürzt aber diese werden nach und nach restauriert.

Ich musste dann noch vorbereiten für meine nicht ganz gewöhnliche Route nach Thailand. Da Premi’s Eltern wirklich somewhere in the nowhere wohnen. Zuerst buchte ich einen Bus nach Anlong Veng. Dort versteckte sich übrigens der Khmer Rouge Anführer Pol Pot bis er starb, hatte aber keine Zeit sein Haus noch anschauen zu gehen. Als ich die Reise am nächsten Tag antrat, war ich nicht sicher ob ich wirklich ankommen würde. Der Bus fuhr erst um 13:30 Uhr, dies machte mir Sorgen, da es nicht wirklich sinnvolll erschien die Grenze in der Dunkelheit zu überqueren. Der Bus war aber so rasant, dass ich bereit ca. um 15 Uhr in Anlong Veng ankam, von dort her habe ich dann einen Typen mit einem Motorrad angeheurt, welcher mich für 10$ zum Grenzübergang brachte. Er sagte mir aber bereits vorher, dass auf der anderen Seite gar nichts ist, kein Taxi, kein Bus, einfach nichts… was auch immer, war ja früh dran ;-) … hab dann die Grenze passiert, sind einfach zwei Barrieren mit Häuschen entlang einer roten Staubstrasse. Ein grosses Casino ist auf Kambodschaner Seite im Bau. Dies soll dann auch wie bei den anderen Grenzübergängen die Thai’s anlocken, um nach Kambodscha zu kommen, um zu gambeln. In Thailand ist es illegal.

Nun da war ich nun mit dem 60-Tage-Stempel auf meinem Visum in Thailand… und er hatte recht, da war gar nichts, vielleicht 10 Häuschen!! Da ich die Thai-Telefonnummern hatte von Premi und Dave, habe ich dann gleich den Grenzwacht-Typen gefragt, ob er dort probieren könnte anzurufen. Leider hatten sie keinen Empfang, da sie ja irgendwo in einem Dörfchen waren. Dann bei den Leuten die dort rumgewatschelt sind rumgefragt, ob irgendetwas oder irgendjemand nach Khu Khan fährt, die nächstgrössere Stadt in der Nähe vom Dörfchen. Etwa 40km oder 50km von der Grenze entfernt… Hab dann einen gefunden der englisch gesprochen hat, welcher wieder einer gewusst hat, welcher dort in der Nähe hinfährt. Der wollte noch meinen Pass sehen, hmmmm wieso auch immer hab ich gedacht ;-) Auf jedenfall bin ich dann bei dem eingestiegen und er ist wie ein Terrorist losgefahren, kamikaze mässig, einmal hab ich noch den Kopf an der Decke angeschlagen, als er durch ein Schlagloch düste… Dann kamen wir mitten im Wald zu einer Polizeistrassensperre, wo sie die Autos kontrollierten. Dann nahm er meinen Pass und gab ihn Ihnen, sie machten ein Foto davon, dann bin ich ein bisschen nervös geworden, was da jetzt mit meinem Pass weiter passiert und bin auch ausgestiegen, dann kamen die Polizei-Leute und haben Fotos mit mir gemacht ;-) … ok, easy! Warum auch immer, hatten wohl Freude das ein Foreigner auf Ihrer Strasse durchfährt ;-) Dann hab ich auf dem Typen seinem Handy nochmals probiert Premi oder Dave zu erreichen, hat jedoch nicht funktioniert, dann hat er es nochmals probiert und kam dann zu Premi durch… die haben dann irgendwas auf Thai geschwaffelt… keine Ahnung! Schlussendlich haben wir dann beim 7-Eleven in Khu Khan gehalten und er hat dann mit Händen und Füssen erklärt, ich soll jetzt warten. Er wartete mit mir. Nach etwa 15 Min. sind dann Premi, Dave und eine ihrer Cousinen angefahren gekommen. Es hat sich rausgestellt: Sie wollten mich abholen an der Grenze, was ich in einem Email auch Mal als Option erwähnt hatte, aber da ich so früh dran war und sie nicht erreichen konnte, habe ich gedacht, dass sie nur kommen, wenn ich sie anrufe. Auch rausgestellt hat sich, dass der Fahrer-Typ ein Army-Angehöriger war und wollte mich zuerst nicht mitnehmen, da er nicht als Touristen-Entführer gelten will, etc… haha! Er hätte mich zu sich heim genommen, falls die anderen nicht gekommen wären. Was auch immer: Ziel erreicht! Im nächsten Artikel dann mehr über Thailand… :-D