Incredible India und Goa

Viele Traveller waren schon in Indien und jeder oder jede, die ich auf meiner Tour getroffen habe, hat mir erzählt, dass es dreckig aber auch wunderschön ist, dass du wirklich aufpassen musst, was du isst ohne krank zu werden und dass es nur mit einigermassen geplanter Wegführung vorwärts geht… OK, angekommen in Dehli, ohne nur den geringsten Plan… ist halt so, man gewöhnt sich ab, zu planen…das wird schon hauen… und so war es auch!

Vom Flughafen raus, den Hostel-Taxifahrer nach einer halben Stunde gefunden, welcher dann auf dem Weg auch schon Mal die ersten Kühe auf der Hauptstrasse umfahren hat und Mühlbergen ausgewichen ist . Ja, ok, bin am richtigen Ort, Kühe auf Strasse + viel viel Abfall = Indien. Dann zuerst Mal nachgeschlafen und wieder aufgewacht als es schon dunkel war… und da war es kalt: irgendwie 12° C, kommend von Bangkok war das Winter auf einen Schlag!

Dann hat mich beim Rauchen vor dem Hostel ein Deutscher (Philipp) angesprochen, welcher auch erst gerade angekommen ist und für 3 Wochen in Indien herumreisen wollte. Er hat mich gefragt, ob ich am nächsten Morgen für 5 Tage mit einem Fahrer mitkommen will, weil er diesen alleine gebucht hatte, da keine Züge aus Delhi raus verfügbar waren. Warum nicht, habe zugesagt :-) … defintiv eine gute Entscheidung, wie sich herausstellte… Kuldeep, unser Fahrer, immer ein Lachen im Gesicht, original Punjab und mit Herz und Blut Sikh hat uns pünktlich abgeholt. Es ging zuerst zu einem Fort in der Aglomeration von Delhi, weiss den Namen nicht mehr, war auch nicht wirklich der Hammer, danach sind wir nach Agra losgedüst, natürlich mit dem typisch indischen Tee-Stop und einem Stop in einem Sikh-Tempel, wo jeder gratis Essen konnte, Sikh ist eine Religion, welche alle anderen komplett akzeptiert. Next Stop: Taj Mahal! :-) Dort angekommen, hat uns Kuldeep ein Führer organisiert, welcher uns dann rund um den und in den Taj Mahal führte. Eindrücklich, gross, aber nicht riesig, symmetrisch, durchdacht, marmorverschwenderisch, handerbaut und touristisch, so würde ich diesen Ort beschreiben. Nach dem Check-In im Hostel, hat uns Kuldeep ein Lemon Chicken mit Marktzutaten gekocht. Phenomenal! Am nächsten Tag gings zum Agra-Fort und dann weiter nach Ranthambore, wo wir nur hingingen wegen der Tigersafari, welche wir auf den nächsten Morgen legten. Am Abend gings dort noch mit dem lokalen Bus in ein nahegelegenes lokales Restaurant, welches Kuldeep kannte. Toller Food mit der klassischen indischen Schärfe. Afterburners-Stufe! ;-) Am Morgen dann ab auf die Tigersafari, war freeeeezing! Trotz Decke und Jacke haben wir geschlottert! Pfauen, irgendwelche Hirsche, aber kein Tiger gesehen… das Spannendste war wohl, dass der Fahrer einmal eine Vollbremsung hinlegen musste, um nicht einen Pfau zu überfahren, welcher gerade wegflog :-D … Weiter gings 3 Nächte nach Jaipur, der Hauptstadt des Bundesstaates Rajasthan: Zuerst fuhren wir zum Jaipur Fort, welches auch wirklich mal eindrücklich war, riesig und auf einem Hügel gebaut, wo man auf Old Jaipur runtersieht, welches durch eine Mauer durchgängig eingezäunt ist. Ebenfalls ist dort eine der weltgrössten Kanonen aufgestellt. Dort gings dann auch noch zum Mittagessen, wir gingen dort hin wo die Fahrer essen, für Fr. 2.- hatten wir zu Dritt ein volles Mittagessen. I like it! An einem Tag liefen wir nur, zuerst zu einem Museum, welches historische Statuen und so Zeugs ausstellte, nichts für mich… Dann gings durch die Pink-City, ein Stadtteil meist mit pinken Wänden, wo wir hindurch schlenderten, einige Früchte schnappten und einfach den Marsch genossen. Aauch besuchten wir noch das Jantar Mantar Open-Air-Observatorium, war sehr interessant. Dann waren wir schon ein bisschen erschöpft, doch Kuldeep hatte noch was vor mit uns, er wollte noch zum Affen-Tempel marschieren… dieser soll auch gut sein und nur etwa eine halbe Stunde entfernt… das ist was Kuldeep sagt, wer ihn kennt, weiss, es ist mit Minimum einer Stunde zu rechnen ;-) Was auch immer, war ein toller Spaziergang auch wieder mit Tea-Break, einer Rettung eines Schweinchens, welches fast in einem Brunnen ertrunken ist und vielen, vielen Affen. Nach dem Affentempel sind wir dann auf dem Hügel zu einem kleineren Tempel, wo man bei Sonnenuntergangsstimmung perfekt über die Stadt sehen konnte und eine Gruppe Südkoreaner ein Lied mit Gitarrenbegleitung in die weiten des Himmels zum Besten gaben, war wahrscheinlich was Religiöses ;-) … Philipp ging dann mit dem Zug weiter, ich hab mich entschieden noch 3 Tage mit Kuldeep weiter zu ziehen. Wir fuhren nach Pushkar, wo wir zuerst wieder einmal ein Gratis Meal im Sick-Tempel genossen und dann im Hotel eingecheckt haben. Dann gings zu Fuss in die „City“, einmal rund um den heiligen See, wo ich auch noch meine Segnung bekam ;-) Am Ende haben wir uns noch ein Lassi gegönnt und haben eine Neuseeländerin (Angela) aufgelesen, welche uns dann für den abendlichen Marsch auf den nahegelegenen Hügel begleitet hat. Der Sonnenuntergang vom Hügel aus war der Hammer und wir hatten grossen Spass. Ebenfalls wieder 2 Südkoreanerinnen getroffen, welche das andere Lied nicht kannten, aber uns dafür einen anderen Korea-Song präsentierten. Langsam denke ich, alle Koreaner können singen :-D …

Angela hat sich dann entschieden mitzukommen auf die weitere Tour, wir waren wieder zu Dritt. Von Pushkar gings dann nach Jodhpur, die Stadt mit den blauen Häusern, sieht ein bisschen aus wie Griechenland, aber statt weiss halt blau. Wir besuchten das Fort, welches auch etwa die Grösse vom Jaipur Fort hatte, einfach war es vom König Jodh gebaut worden und nicht vom König Jai ;-) Am Abend versuchten wir Mal wieder eine Bar zu finden, jedoch ohne Erfolg… Das gibt es nicht im realen Indien (ausserhalb der Mega-Cities), die haben keine Bars, Clubs oder sonstige Abendunterhaltung, nur Liquorstores ;-) … Am Morgen gings weiter mit dem Ziel Udaipur. Wir stoppten in Ranakpur, wo eigentlich gar nichts ist, ausser ein Tempel, welcher durchaus sehenswert war. Nachdem sind wir weitergezogen und stoppten erneut in einem kleinen Dorf, da Kuldeep müde war und nicht zum Tee trinken stoppen wollte, hat er einfach in einem lokalen Dorf gehalten und wir haben einen Spaziergang durch das Dorf gemacht. Nach und nach bekamen wir Begleitung, schlussendlich sind uns etwa 40 Kinder und einige Eltern gefolgt. Es scheint wirklich eine arme Gegend zu sein, wir haben das Wasserloch mit Stier-Pumpe gesehen, sind an den feudalen Häusern vorbeigekommen und haben den einzigen Shop weit und breit gesehen. Die Neuseeländerin (Lehrerin von Beruf) hat natürlich voll Mitleid bekommen und hat im Shop alle Stifte aufgekauft und sie an die Kinder verschenkt… ;-) … Schlussendlich sind wir dann in Udaipur gelandet und haben am Abend Kuldeep‘s-Abschied gefeiert. Mit der Angela bin ich dann noch 3 Nächte dort geblieben, bis sie nach Sri Lanka loszog und ich nach Mumbai weiterging. Wir haben den City-Palace angeschaut, nichts spezielles, aber gibt in der Nacht schöne Fotos. An einem Tag haben wir dann ein Velo gemietet, wohl gemerkt ohne Gänge, und haben uns in Richtung Hügel in weiter Ferne losgemacht. Am Hügelfuss angekommen, haben sie uns gesagt, dass man vielleicht 5km mit dem Velo fahren kann und es dann zu steil wird… hmmm…. ok, mal losgefahren, nach 2km war fertig mit fahren, stossen war angesagt. Die Neuseeländerin nicht wirklich sportlich, war Nahe am abbrechen und umkehren, konnte sie jedoch mehrfach überzeugen weiter zu laufen, bis wir dann in einem Zwischenstopp, zwei Inder auf einem Motorrad angetroffen haben, welche nach ein bisschen „Gspröchlen“ offeriert haben uns auf den Hügel zu fahren. Zuerst sie mit ihm, dann ich mit ihm und Velo auf Töff, dann der andere Inder mit Velo und dem Fahrer… Nach ein paar Fotos von den Indern mit der „weissen“ Frau, sind wir dann in das Museum auf dem Hügel eingezogen. Hätte übrigens niemals geklappt, wenn ich alleine gewesen wäre oder nur mit Typen, die „weissen“ Frauen werden im ruralen Indien dank Internet-Porno verehrt. ;-) Dies hat sich ebenfalls bestätigt, als ich an eine Geburtstagsparty von einem Inder eingeladen worden bin. Nur Guys, nur ein Thema! ;-) Einmal hab ich mir dann noch eine Rasur von einem Strassencoiffeur gegönnt, war funny, siehe Picture!

Whatever, bin dann mit Sleeper-Bus nach Mumbai losgezogen und hab dort dank einer Russin ein richtig günstiges Hostel im sonst teuren Touristenviertel gefunden, dort bin ich dann 4 Nächte geblieben. Mumbai ist moderner wie Delhi und ist die Finanzhauptstadt Indien’s. War dort im Bollywood-Kino, am Marine Drive an der Küste, auf dem Markt, beim Gateway of India, im Park Cricket schauen und bin viel gelaufen. Eines Abends habe ich einen Deutschen getroffen, eine Italienerin ist dazugestossen und 2 Österreicherinnen haben unser Abendteam komplettiert. Schlussendlich sind wir durch mehrere Restaurants und Bars gezogen. Wie lange hatte ich das schon nicht mehr gemacht?! Wir hatten gute Company…

Danach bin ich mit dem Bus weiter nach Goa, meiner finalen Destination, um das Ende meiner Reise mit Beach-Feeling zu geniessen. Goa ist ein Bundesstaat an der Westküste von Indien, mit rund 20 Stränden und bekannt für die Goa-Trance-Parties. Komplettes Gegenteil von dem Indien, was ich bis jetzt gesehen habe. Bars überall, heiss, Scooter statt zu Fuss, Alkohol halb so teuer, Essen doppelt so teuer, indische Frauen ohne Sari, etc. Darum hab ichs auch im Titel explizit separiert.

Ich bin dann in Mapusa ausgestiegen und mit einer Argentinierin nach Anjuna Beach gefahren, wo ich ein günstiges Guesthouse gefunden habe. Zuerst ein Tag relaxt, rumgelaufen und gelaufen, wobei mir aufgefallen ist, dass hier niemand läuft sondern nur Scooters rumfahren, deshalb hab ich mir auch einen gemietet für die knapp 2 Wochen, die ich dort war. Im nachhinein muss ich sagen, ohne Scooter bist aufgeschmissen. Für Fr. 2.80 pro Tag gabs das doch genügend powervolle Vehikel. Keine Quittung, kein Helm, keine Passkopie, keine Ahnung was sein Name war, nur im typischen indischen-Akzent: „When there is a problem, call this Number“ (Telefonnummer, welche unter dem nicht funktionierenden Tacho aufgeklebt war). Easy… Am nächsten Tag habe ich dann Philipp, der Deutsche, welchen ich vorher in Delhi getroffen habe, nach zweimal verfahren am Bahnhof abgeholt. Wir genossen dann für einige Tage den Strand und lockere Parties. Eines Tages kreuzte dann der Deutsche von Mumbai namens Flo am Beach auf… get’s jo gar ned! … Er hat den Weg dorthin ebenfalls gefunden. Er ist definitiv einer der interessantesten Personen, die ich auf der Reise getroffen habe. Sozialarbeiter, 35, links, extrem Intelligent, aber schwach in der Kommunikation bis zu einem gewissen Grade, kam nach Indien um bei lokalen Hilfsprojekten zu arbeiten, kann es nicht beschreiben. Er beschreibt sich als Typ der sich immer zum Horst macht… manchmal ist auch so, aber auch nicht wirklich … hmmm …. „Horst, der Held“, ein Buch, was ich zu Hause wohl als erstes lesen werde… Empfehlung von ihm. Ein Typ gewinnt in einem Puff eine Reise nach Thailand, so beginnt die Geschichte… nur schon über das hab ich mehrfach laut rausgelacht… aber es soll dann auch wirklich horstig weitergehen… OK, zurück zum „seriösen“ Blogging: Als Philipp dann nach Hause abgereist ist, hab ich dann Flo wieder zufällig am Strand angetroffen, dass war einer meiner glücklichsten Tage der Reise, weiss nicht warum, aber fühlte mich zu 100% glücklich und frei… Komplett nach einer iPod-Session bei Sonnenuntergang. Wir sind dann eigentlich jeden Tag zusammen losgezogen, wo es auch immer hinging. Strand, Parties, zum Essen oder zum Optiker nach Mapusa, da er auf einem Trip, neben seiner Kamera und Natel auch seine korrigierte Brille verloren hatte. Schlussendlich habe ich dann noch eine Israelin kennen gelernt, welche für rund 1.5 Monate in Goa ein Appartement genommen hat und sich komplett auskennt, sie hat uns vielfach zu sich eingeladen, mit ihr sind wir dann auch noch eine richtige Goa-Trance-Poolparty, wo Drogenhändler angeschrieben sind, Hippies, Senioren und junge Mütter mit ihren Babies (was ich nicht gut finde) zusammen abgehen, die Barleute komplett high sind, mehr Wasser getrunken wird als aller Alkohol zusammen und was du trägst, wie du tanzt, was du hast oder eben nicht keine Rolle spielt… YEEESS, nice! :-)) Auch Arambol und Morjim Beach haben wir noch erkundet…

Nach einigen Tagen flog ich dann für eine Nacht nach Dehli zurück, wo ich zuerst Mal 16 Stunden von der schlaflosen Abschiedsnacht in Goa nachgeschlafen habe, danach gings noch ein bisschen auf Sightseeing und Souvenirshopping… und jetzt sitze ich am Flughafen in Delhi und trinke wohl das letzte Bier meiner Reise, schreibe Erinnerungen auf und steige in einer Stunde in den Flieger in die eiskalte Schweiz… What am i doing?! How sad is that?!